
Ich muss zugeben, lange Zeit war ich, wie viele andere auch, der Meinung
X macht es einem nicht gerade einfach, wenn es darum geht, mehr als ein Ausgabegerät anzusteuern.
So habe ich es damals mit Mühe und Not geschafft mein
Samsung X10 mit NVidia Karte dazu zu bringen einen externen Monitor bzw. Beamer anzusteuern. Und mit dem
Q35 wurde es durch den Wegfall von TwinView auch nicht wirklich einfacher. Mal ging gar nichts, mal gabs Probleme bei der Erkennung. Genau gewählte Einstellungen in der xorg.conf mussten her, damit dann mal angezeigt wurde, was angezeigt werden sollte. Und selbst dann hatte ich eigentlich immer nur meinen Desktop geklont - sicherlich ausreichend, um eine Präsentation zu halten, aber leider war ich bisher immer zu doof, um auf beiden Schirmen die jeweils nativen und somit unterschiedlichen Auflösungen fahren zu können, so dass entweder auf dem Notebook, oder aber auf dem externen Gerät alles nur verschwommen daher kam.
Nun aber hab ich mein Glück erneut versucht - zuerst habe ich ein wenig mit
Xinerama herumgespielt, doch das hat einige Einschränkungen, etwa bei der 3D Unterstützung. Daher habe ich mich etwas in
XRandR eingelesen und siehe da - es kann so einfach sein.
XRandR in der neuesten Version 1.2 und in Verbindung mit einem aktuellen XServer und entsprechend neuen Grafiktreibern ermöglicht die vollautomatische Konfiguration von Ausgabegeräten. Ein simples
xrandr -q verrät welche Geräte angeschlossen und welche Auflösungen verfügbar sind. Mit
xrandr --output VGA --mode auto schalte ich zum Beispiel ein beliebiges Gerät an meinem externen VGA hinzu. Im Normalfall wird hier der Desktop erst einmal wieder nur geklont, aber mit unterschiedlichen Auflösungen, so dass ich am Notebook meine 1280x800 behalte, einen TFT aber mit 1280x1024 ansteuern kann - oder einen Beamer mit 800x600. Mit Optionen wie left-of und right-of kann der Desktop auch auf mehrere Monitore ausgedehnt werden und wenn man will kann man auch den einen Schirm links herum unden anderen rechts herum drehen ;)
Die manuelle Konfiguration entfällt komplett - im
HowTo wird aufgelistet, was alles aus der xorg.conf fliegt - seit X Hotplug-fähig geworden ist, wird für die meisten Setups sogar empfohlen die xorg.conf ganz wegzulassen und alles der Autoerkennung zu überlassen.
Ich bin jetzt happy mit XRandR und den flexiblen Einstellungen. Am Notebook hab ich mir einfach eine Fn-Taste belegt um nach neuen Geräten zu suchen - kein kompliziertes und peinliches herumkonfigurieren, wenn man mal schnell sein Notebook an den Beamer schließen soll. Wenn man also mal wieder Probleme mit dem externen Monitor hat, dann liegt das wahrscheinlich nur daran, dass man zuviel selbst konfiguriert hat :)
XRandR 1.2 HowTo