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LinuxWorld Conference & Expo Köln 2006

16 Nov 2006 17:26:11

LinuxWorld Conference & Expo Köln 2006Wie man sich bei dem Titel fast denken kann - die vergangenen zwei Tage habe ich auf der LinuxWorld Expo in Köln verbracht. Ich war nicht nur als reiner Messebesucher dort, sondern durfte auch die beiden kostenpflichtigen Konferenztage mitnehmen. Der Messerveranstalter versprach rund 14.000 Fachbesucher und davon rund 400 Konferenzteilnehmer mit 140 Ausstellern rund um das Thema OpenSource - da die Messe heute erst zu Ende geht, gibt es noch keine konkreten Zahlen, aber die anvisierten Werte waren wohl stark übertrieben. Ob das nun daran lag, dass die Messe im Jahr zuvor noch in Frankfurt zu Gast war oder ob sie einfach nicht das gewünschte Interesse geweckt hat, kann ich nicht sagen. Es war jedenfalls schon fast erschreckend leer - in den einzelnen Voträgen saßen kaum mehr als 20, höchstens 30 Teilnehmer. Schade eigentlich.
Trotzdem war die Messe selbst und die zahlreichen Vorträge durchaus interessant. Wie auf jeder derartigen Verantstaltung erfährt man nie viele Details zu bestimmten Themen, erhält aber einen breiten Überblick, um, dem eigenen Interesse entsprechend, weiterforschen zu können. Ich für meinen Teil jedenfalls habe einige Projekte und Konzepte aufgeschnappt, die ich mir in den nächsten Tagen mal genauer ansehen werde.
Die LinuxWorld Expo ist wahrlich nicht mit breitbandigen Consumer Messen á la CeBIT zu vergleichen. Alles befand sich in einer halben Halle und ich bin zwischen den Vorträgen rund 8 Mal an allen Ständen vorbei. Für den unternehmerischen Besucher bietet aber vielleicht gerade diese überschaubare Umgebung eine Chance sich intensiver mit neuen Kontakten zu beschäftigen.
Zu erwähnen ist auch der .org Pavillion, in dem sich Community, OpenSource und - ganz wichtig - non-profit Projekte vorstellen durften, ohne eine Standgebühr bezahlen zu müssen. Neben KDE, pear oder auch PostgreSQL war sogar Gentoo vertreten.
Es waren zwei informationsreiche Tage - und es war die erste Messe von der ich ohne Kugelschreiber, Tüten oder ähnlichem Krimskrams zurück gekommen bin ;)


Virtuelle Spielereien

05 Nov 2006 17:28:29

Virtuelle SpielereienDa ich mir meinen Xen Server immernoch nicht leisten kann, hab ich mich die letzten Tage mal ein wenig mit dem Betrieb eines User-Mode-Linux beschäftigt.
Nun gut, es ist nicht wirklich mit Xen zu vergleichen. Eigentlich ist UML mehr eine Art besseres chroot. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei UML um ein im Usermode laufendes Programm - in diesem Falle ein kompletter Linux Kernel. Ähnlich wie in einer chroot Umgebung sind alle Prozesse innerhalb des UML komplett vom Host-System isoliert, doch der Ansatz geht noch ein ganzes Stück weiter. Das Dateisystem ist in einer virtuellen Festplatte gekapselt - Schäden an Dateien des Hosts sollten also ausgeschlossen sein. Größter Vorteil gegenüber einer chroot Umgebung ist jedoch der eigene Kernel. Ist man beim einfachen chroot immer an den laufenden Kernel gebunden, so kann man mit einem UML experimentelle Kernel-Konfigurationen testen, ohne das System zu gefährden oder ständig neustarten zu müssen. Eine einfache und schnell einzurichtende Sandbox, die nur aus dem 'bauen' eines UML-Kernels besteht - es müssen keine extra Programme installiert werden.
Mein User-Mode-Linux muss derzeit als Sandkasten für meine ersten Gehversuche mit SELinux herhalten. Nachdem das Security Enhanced Linux mehr und mehr Verbreitung findet, fand ich es an der Zeit, mir das Konzept mal zu Gemüte zu führen. Sperrt man sich da mal unversehens aus, so gibt es keinen Grund zum Ärger - der Neustart des UML dauert nur wenige Sekunden.

User-Mode-Linux
Gentoo UML Howto