
Argh... ich möchte mich schon vorab für das Folgende entschuldigen, aber ich muss einfach mal einen virtuellen Sandsack treten...
Der Server auf dem diese Seite liegt, ist eine Debian Maschine. Für den Einen oder Anderen ist das sicher schon Grund genug sich aufzuregen ;) Für den Rest möchte ich mal die letzten 2 Stunden beschreiben:
Ich bin mir sicher, dass alles meine Schuld ist und dass es eigentlich gar keinen Grund für Probleme gegeben hätte - wäre dem nicht so, könnte man nur hoffen, dass die Entwickler von
apt sich niemals erfolgreich fortpflanzen....
Heute morgen kam meine wöchentliche Update-Mail vom Server - es gab, wie immer, eine ganze Reihe von Updates, darunter auch für den
Apache. Von Version 2.0 auf 2.2 - an dieser Stelle eine Info: Ich habe es tatsächlich gewagt und die Sünde begangen mein Debian auf 'testing' zu fahren, weil der Update-Zyklus mit 'stable' erstaunlich nahe an dem von Sonnenflecken liegt... nun war es also geschehen und ich hatte Apache 2.2 installiert. Und wer hätte das gedacht - nichts geht mehr.
Die Seiten laden nicht mehr, die Prozessübersicht ist voller [defuncts] - die Logs zeigen im 2-Sekunden Rhythmus
seg faults, jeder neue Apache Porzess stirbt sofort nach dem fork... ein Erhöhen der Log-Stufe auf debug bringt auch keine weiteren Informationen.
Tja, was tun?
Um den Fehler schnellst möglich zu beheben, dachte ich mir, stell doch einfach auf stable um und installier die alte Version wieder. Also Apache 2.0 installiert - und nun greift die allmächtige Intelligenz des Advanced! Packaging! Tools!... Wie? Alter Apache? Ja dann aber bitte kein PHP5. PHP5 gibts im stable nicht - dann eben wieder auf testing - ja PHP5 braucht aber Apache2.2 (die schicke Option --no-upgrade gilt hier wohl nicht...) - also entweder ein funktionierender Apache ohne PHP oder einer mit, der aber nur seg faults produziert.
Dabei darf ich noch anmerken, dass man PHP nicht als stand-alone installieren kann, denn die Abhängigkeiten beinhalten das libapache Modul und damit natürlich auch den Apache selbst. Hab ich was verpasst? Ist PHP plötzlich fest und undwiederbringlich an Apache gebunden?!
Naja, weiter mit der Installiererei. Ich dachte mir, dumm wie ich bin, mal den Apache komplett runterzuschmeißen. Vielleicht gibts ja einen Konflikt mit 2.0 Überbleibsel. Eine neue Installation schlägt dann aber plötzlich wieder fehl - das Apache Verzeichnis ist leer... ja nach einer Deinstallation ist das nun wirklich überraschend. Noch überraschender ist dann allerdings, dass er es beim Neuinstallieren nicht wieder erstellt....
Wieder reines Unwissen meinerseits - mit --purge solle man sowas doch bitte tun. Also wieder apt-get --purge remove. Fehler beim Löschen von apache2-mpm-prefork - das hängt nämlich von apache2.2-common ab, das aber wiederrum gelöscht werden soll... (wer hier nicht mehr mitkommt, keine Angst, mich hat apt auch schon abgehängt). Also nochmal remove apache2-mpm-prefork - Fehler, das Apache init.d Skript ist schon gelöscht, da kann apt unmöglich nun auch den prefork deinstallieren... ah... ja. Mit touch ein wenig nachgeholfen, schmeißt er nun endlich den Apache vom Rechner - keine Reste mehr, alles weg. Apache 2.2 neuinstallieren - seg fault...
Ein letzter Versuch, den Apache ohne geladene Module und mit einer fast leeren Konfiguration zu starten bringt auch keinen Erfolg. Die Version will einfach nicht laufen auf meinem System - wenn vorkompilierte testing Pakete auf normaler x86 Architektur schon nicht laufen, will ich gar nicht wissen, was da im unstable abgeht...
Inzwischen haben wir ja gelernt, wie man den Apache deinstalliert. Also wieder Apache 2.0 drauf und - es gibt ja kein PHP5 in stable - via
Backports PHP nachinstalliert.
Ich hasse apt.
Wenn dies wenigstens eine einmalige Sache wäre. Darüber, dass auf einem anderen Server das Update eines (stabilen!) Apaches, die _automatische_ Deinstallation des MySQL Servers mit sich zog, will ich lieber gar nicht reden.
Wer was gegen meine Debian/Apt-Abneigung hat, kann gerne seine Meinung kundtun :) Aber an
portage kommt einfach kein anderer Paketmanager auch nur annähernd heran. Es wird Zeit, dass
Vollmar Gentoo mit in die Betriebssystem-Auswahl aufnimmt!
Genug aufgeregt. Der Server ist wieder stable - wer braucht schon Updates....