Enlightenment DR17
Window Manager braucht das Land
Wer unter *NIX eine grafische Oberfläche nutzt, der hat - zumindest im Normalfall - einen Window Manager, damit die GUIs der einzelnen Applikationen nicht so unkontrolliert durch die Gegend schwirren ;)
Die bekanntesten Vertreter solcher WMs dürften wohl KDE und Gnome sein, doch beide sind mehr als nur ein einfacher Window Manager. Dessen Aufgabe ist es ja eigentlich nur den Fenstern einheitliche Funktionen wie Verschieben, Maximieren oder Schließen zu verleihen. Gnome und KDE gehen darüber hinaus und gelten als Desktop Environment in dem, wie unter Windows, die gesamte Konfiguration des Rechners stattfinden kann. Es gibt Äquivalente zur Systemsteuerung, es gibt integrierte Dateimanager, aber auch die Tatsache, dass es einen Windows-ähnlichen Desktop mit Icons gibt ist mehr Zusatz als selbstverständlich.
Meine allererste Oberfläche war zwar auch KDE, aber das hat es nicht wirklich lange auf meiner Platte ausgehalten. Mit den vielen vielen Funktionen, die es mitbringt und von denen man - oder zumindest ich - nur ein Bruchteil jemals benutzt, kommt auch ein immsenser Verbrauch an Rechnerressourcen und am Ende sitzt man je nach Hardwareausstattung schonmal zwei Minuten vor einem Ladeschirm, bis man den Desktop sieht - sowas muss nun wirklich nicht sein.
Gehts auch etwas kleiner?
Leichtgewichte unter den Window Managern gibt es aber zu Genüge und so hat man die Qual der Wahl. Nach einem kleinen Abstecher zum sicherlich auch relativ bekannten FluxBox, mit dem ich mich aber irgendwie nicht auf längere Zeit anfreunden konnte, bin ich schließlich zu Enlightenment gekommen, damals noch in der Version 0.16.6.
Nun gibt es zwei Kategorien von Begegnungen mit dem DR16 von Enlightenment - in der ersten wartet man gespannt die 6 Sekunden ab, in denen das Programm kompiliert und startet seinen neuen Window Manager nur um sofort einen Schock zu erleiden, wie schrecklich das Ding daherkommt. Im nächsten Moment poppt eine absolut bescheuerte Sprechblaße mitten auf dem Schirm auf und erklärt dem User, wie er die Maus zu benutzen hat. Das tut sie mit Nachdruck jedes mal, wenn der Mauszeiger für mehr als eine Sekunde auf der Stelle steht. Alles ist überanimiert und kommt ziemlich übertrieben daher - die Begegnung endet nach etwa zwei Minuten mit dem Logout und Enlightenment wird wieder vom System geschmissen.
Die Begegnung der zweiten Kategorie verläuft exakt gleich...
Allerdings findet der User den Mut es noch einmal zu versuchen und versucht mit zugekniffenen Augen schnellstmöglich das Menü zu finden, in dem der große Stop-that-eye-candy Button versteckt ist. Von hier an lernt man e16 zu lieben. Ich habe Nächte damit verbracht, die total undurchsichtige Konfiguration, die zu einem großen Teil auf reinen C Header Dateien basiert, anzupassen und mir meine Oberfläche so hinzubiegen, damit sie genau das tut, was ich will und seit über zwei Jahren sieht mein Desktop daher genau gleich aus.
Die einzige Veränderung die es seither gab, war der Sprung von 0.16.6 auf 0.16.7, der viele Fehler beseitigte und einige selbstgeschriebene Workarounds überflüssig machte. Version 0.16.8 allerdings hat es schon nicht mehr auf den Rechner geschafft, denn hier ist die interne Struktur bereits so weit verändert, dass all meine Anpassung zunichte gemacht wurden und ich quasi von Null hätte anfangen müssen.
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