Canon Digital IXUS 75

Auf der Suche nach einer neuen Digitalkamera, habe ich eine ganze Weile die Läden durchstreift und verschiedene Modelle ausprobiert. Gar nicht so einfach, wenn man nach einem Gerät sucht, das klein, leicht und handlich ist, einen 3 Zoll Bildschirm hat, am besten automatisch gute Bilder macht ohne groß eingestellt werden zu müssen und das natürlich bei allen Lichtverhältnissen - und dann selbstverständlich auch noch günstig ist. In diese Kategorie sind dann gar nicht mehr viele Kameras gefallen. Ein weiteres Ausschlusskriterium war das Speichermedium - so sind schonmal alle Sonys durchgefallen, denn ich weigere mich einen MemoryStick zu kaufen.
Nach viel hin und her ist es dann schließlich eine IXUS 75 von Canon geworden, die ich nach einigen Monaten im Einsatz aufs Wärmste empfehlen kann.

Die IXUS 75 ist eine 7.1 Megapixel Kamera mit 3-fachem optischen Zoom. Gezoomt wird immernoch mit der altbekannten Objektivmechanik. Unter den Kandidaten war auch eine Kamera mit interner Mechanik, bei der im Gehäuse nur noch ein Prisma gedreht wird, um zu zoomen. Ich habe jetzt allerdings keine Vor- oder Nachteile festestellen können. Weder ist das eine schneller als das andere, noch nimmt das externe Objektiv der IXUS so viel Platz weg, dass es stören würde.

IXUS 75 Front
Die IXUS 75 hat keinen optischen Sucher mehr, dafür aber eben ein 3 Zoll LCD mit einer super Bilddarstellung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung gibt es keine Probleme. Das passende Modell mit Sucher ist die IXUS 70, die dann allerdings mit kleinerem Bildschirm auskommen muss. Wie immer gabs direkt eine passende Displayschutzfolie, die sich bei einer solchen Größe wirklich empfiehlt, da sehr schnell alles voller Fingerabdrücke ist und wenig später die ersten Kratzer folgen würden.
IXUS 75 Back

Die Software der Kamera ist einfach klasse. Die Technik der einzelnen Kameras in der selben Preis- und Leistungskategorie ist, bis auf Details in der Fotoqualität (die mir als Laie meist egal sind), relativ gleich. Die Software macht den Unterschied. Diese ist bei vielen Kameras einfach nur schlecht und billig. Hier hat mich die IXUS direkt überzeugt. Intuitive Bedienung, durchdachte Belegung der Knöpfe und Anzeige auf dem Schirm. Animationen mit Transparenz, weiches Fading und anderes Eye-Candy runden die Oberfläche ab. Dazu kommen viele Zusatzfunktionen, wie die inzwischen obligatorischen Szenen-Programme (Night, Indoor, Underwater.....) und allerlei andere Spielereien, die man vielleicht nicht unbedingt braucht, die aber einfach Spaß machen. So kennt die Kamera zum Beispiel ihre eigene Lage und dreht automatisch die Bildanzeige, wenn man sie hochkant hält. Auch speichert sie beim Fotografieren in den EXIF Daten des Bildes, ob dieses gedreht werden muss, was dann etwa von GIMP beim Öffnen erkannt wird.
Was nun die eigentliche Fotoqualität der Kamera angeht, so war ich mir von Anfang an bewusst, dass man unter einer gewissen Preisgrenze einfach mit ein paar Einbußen leben muss. Nachts verrauscht der Chip, wie jede andere bezahlbare Digitalkamera und ohne Blitz verwackelt auch - trotz Bildstabilisator - ab und an noch das Bild, wenn die Lichtverhältnisse nicht stimmen. Und trotzdem liegen Welten zwischen der IXUS und meiner alten Kamera. Das ist meine erste Digitalkamera mit der ich endlich mal Schnappschüsse machen kann. Die Aufnahme ist superschnell und auch mit Blitz kann direkt weiter geknippst werden. So gewöhnt man sich schnell an, einfach ein paar Mal mehr auf den Auslöser zu drücken, um später die beste Aufnahme auszuwählen. Aufnahmen am Tag sind bisher immer gut geworden und sehen für meine Ansprüche sehr gut aus.
Als Speicher dient mir derzeit eine zwei Gigabyte große SD Karte, die in der besten Qualitätsstufe etwa 520 Bilder fasst und in der geringsten mit mehr als 9999 die 4-stellige Anzeige sprengt. Die IXUS meldet sich am Rechner leider nicht als übliches Massenspeichergerät an - zumindest nicht unter Linux. So kann ich hier die Kamera nicht direkt an den Rechner anschließen, was aber kein Weltuntergang ist, da ich die Karte sowieso lieber über den Kartenleser betreibe. Der Akku ist, wie bei inzwischen fast allen Kameras, ein Eigenbau. Der Originalakku von Canon hält locker mehrere Tage intensives Knipsen auch mit Blitz durch, so dass man durchaus einen kompletten Urlaub mit einer Ladung schafft. Ich habe mir aber noch einen billigen Zweitakku dazugeholt, um die Zeit bis nach Hause zu überbrücken, wenn der andere dann doch mal leer ist. Das Billigteil hält dann allerdings auch nur ein paar Stunden durch.

Ich bin, wie Anfangs schon erwähnt, voll überzeugt von der IXUS 75 und kann sie nur empfehlen. Für mich ist sie die derzeit perfekte Kamera für meine Ansprüche. Natürlich wird jeder Semi-Experte etwas anderes Negatives an dieser Kamera finden und die ach so schlechte Qualität bemängeln - wem es aber auf Schnappschüsse und unkomplizierten Fotospaß ankommt und das zu einem bezahlbaren Preis, der findet sicher Gefallen an der IXUS.

Hier mal ein paar Bilder in Originalgröße und unbearbeitet zur Begutachtung.