Mini Jukebox
Was zum Hören
Ebenfalls in der Reichelt Bestellung waren insgesamt 30 Meter Audiokabel, um in die hinterste Ecke der Wohnung zu kommen (30 Meter sind nicht viel! Einmal über den Rahmen einer Tür sind weit über 5 Meter!). Dazu kommen zwei wirklich günstige aktiv Boxensysteme für Bad und Küche, die zwar sicher einem audiophilen Menschen Tränen in die Augen treiben würden, aber auf jeden Fall auf Radio und Mini-Anlagen Niveau tönen.
Hier und da ein Y-Kabel dazwischen und voilà, die Wohnung ist verkabelt. Ursprünglich wollte ich ja nur Litze verlegen und vielleicht sogar nur Mono Lautsprecher verbauen, aber die Ausgabe von 1. den Lautsprechern (die auch wenn sie 'günstig' sind, immernoch teuer sind!) und 2. einem benötigten Vorverstärker hat mich dann abgeschreckt. So sind es eben zwei Aktivsysteme geworden und das sogar mit Stereo.
Was zum Faulsein
Und weil man für das Ganze natürlich nicht von der Couch aufstehen will, bekommt der Server nun noch eine Steuerung via Fernbedienung. Hier musste ich leider feststellen, dass mein serieller CIR Receiver aus mir absolut nicht bekannten Gründen seine Arbeit am Server verweigert. Nach langem Hin und Her habe ich mich dann also für einen USB Receiver entschlossen - bestellt, gewartet, angekommen, angeschlossen - ok, es kommen tatsächlich Impulse an, aber wieder nichts. Der Treiber kann nur mit RC5 Fernbedienungen umgehen und wie könnte es ander sein, mein Modell geht natürlich nicht. Mehr als Buffer Overrun spuckt der Treiber nicht aus.
Wer hätte gedacht, dass es so schwer sein kann einen simplen IR Receiver zu finden, der auch funktioniert. Nach langem Suchen bin ich dann endlich auf die Ursache gestoßen, warum der serielle IR am VIA Board nicht funktioniert. Wie auch am Parallelport, wird am Com Port eine andere Spannung geliefert, als in den Spezifikationen steht - statt um die 10 sind es wohl etwa 5 Volt. Der Spannungswandler des Receivers, der eigentlich auf besagte 5 Volt regeln sollte, war demnach nicht nur wenig hilfreich, sondern vielmehr hinderlich. Die Schaltung etwas abgeändert und umgelötet und tada, es kommen Signale an.
Endlich kann ich die Anlage via Fernbedienung steuern.
Was zum Klicken
Und wo kommt die Musik nun her? Den DJ spielt ein Dienst von mpd - dieser spielt alle gängigen Audioformate ab, sitzt im Hintergrund auf dem Server und kann über diverse Clients angesprochen werden. Bei mir erledigt das im Moment ein php basiertes Webinterface, über das man sich seine Playlists zusammenstellen kann und dann eben mit der Fernbedienung steuert.
Eine Alternative bietet der XMMS Nachfolger XMMS2, der von einem neuen Team komplett neu gecodet wird und nun auch dem Prinzip von Server und Client folgt - nach Aussagen des Teams, aber noch im absoluten Entwicklungsstadium ist. Vielleicht werde ich mir das später mal zu Gemüte führen.
Neben dem Webclient habe ich inzwischen auch mit viel bash, ein bisschen perl und einer großen lirc config einen Navigator für die Fernbedienung und das LCD Display gebastelt. Ähnlich wie bei aktuellen MP3 Playern kann man nun auf dem 2-Zeilen Display durch die Alben navigieren, Playlists zusammenstellen und steuern. So wird zum Zusammenstellen der Musik kein weiterer Rechner (mit Monitor) benötigt - sehr praktisch und wirklich eine feine Sache :)
Was zum Umschalten
Als Nächstes wurde die ganze Geschichte noch mit einem Audio-Switch ausgestattet - drei Rechner mit Audioausgang wollen auf 3 Boxensysteme mit Audioeingang verteilt werden. Sprich: Es soll möglich sein die JukeBox auch auf die Boxen der anderen Rechner zu schalten oder aber den Rechner mit der TV Karte auf die Boxen der JukeBox etc...
Da ich keine entsprechenden Umschalter finden konnte, wurde daraus wieder eine Reichelt-Bestellung mit viel Schaltern und Buchsen - dann gabs wieder einiges zu löten.
Nun kann ich mit drei Schaltern à 3 Stellungen auswählen welches Signal ich auf welcher Box höre. Kein Herumkriechen und Umstecken von Kabeln mehr!
Was zum Geld ausgeben
Ja wenn ich mal viel zu viel Geld habe, wird dem Ganzen System noch eine externe Festplatte spendiert. Diese muss sich zwingend via ethernet in das Netzwerk einbinden lassen, da der ITX nur über USB 1.1 verfügt und wegen dem kleinen Gehäuse auch keine Chance zum Aufrüsten bietet. Derlei externe Gehäuse sind aber leider extrem teuer wie ich finde - daher muss solange die 2,5" 60 GB Platte des Servers herhalten.
Und wie schon Anfangs erwähnt, früher oder später wird dem ITX diese Aufgabe wieder abgesprochen zugunsten eines echten HTPCs, der dann auch Videorekorder und ähnliche Spielereien mitmachen darf - aber das liegt in ferner Zukunft. Bis dahin genieße ich meine Musik und überlege mir welch quavollen Tod mein Radio erleiden wird...
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