Samsung Q35
Seit vier Jahren ist ein Samsung X10 1500III mein treuer Begleiter für unterwegs. Doch schon seit einer ganzen Weile stoße ich immer häufiger an die Hardwaregrenzen meines Notebooks - besonders die inzwischen zu knapp bemessenen 512MB DDR1 RAM sind immer wieder Ursache für wildes Swappen auf die langsame Platte.
Nun ergab sich die Notwendigkeit einen weiteren Laptop ins Haus zu bringen - somit wird mein X10 jetzt zur Office-Maschine und für meine Arbeit kommt ein schickes kleines Samsung Q35 dazu.
Konfiguration:
- Samsung Q35-T5500 Calvin
- 2x 1,66 GHz mit 2MB Cache
- 1024MB DDR2 PC4200
- 12.1" 1280x768
- Integrierte Intel Grafik
- 100GB HDD mit 5400 Umdrehungen
- DVD DL Brenner
- 5in1 Kartenlesser
- 2x USB 2.0
- 1x Firewire
- Bluetooth
- etwa 1.8 Kilo
- und maximal 6 Stunden Akkulaufzeit
Schon wieder ein Samsung? Ich habe ziemlich lange herumgesucht und das nicht nur bei Samsung. Aber für die Ansprüche, die ich gestellt habe, gab es nicht wirklich viel Auswahl. Zum Einen sollte es kleiner als mein X10 sein, es sollte ein Core 2 Duo drinstecken und es sollte eine angemessene Akkulaufzeit bieten. Da hört es ja schon fast wieder auf ;)
Ein alternatives Gerät zum Q35 wäre das FSC Amilo Si1520 gewesen - von der Ausstattung sogar besser als das Samsung. Statt 2x USB gibt es 3 Anschlüsse, DVI statt VGA. Aber die Herstellerangabe zum Akku lag bei 3 Stunden (die Angaben stimmen natürlich nie, aber relativ gesehene 6 vs. 3 Stunden sind schon ein Unterschied) und laut diversen Foren ist es eine bekannte Tatsache, dass die Amilos sehr sehr heiß werden und speziell das Si1520 soll wohl unter Last ziemlich unangenehm werden. Hinzu kommen mehrere Aussagen über eine extrem billige Verarbeitung...
Genug Gründe mich für die vertraute Qualität der Samsungs zu entscheiden.
Dafür muss man eben auf das ein oder andere verzichten - die Klasse der 12" Notebooks bringt gezwungenermaßen einige Limitierungen mit sich.
So benötigt die Tastatur wohl die längste Eingewöhnungszeit.
Platzbedingt ist die Tastatur sehr klein und viele Tasten sind über die FN-Taste doppelt belegt. Besonders bemerkbar macht sich dies beim Bild-auf/ab und Pos1/Ende Block, der bei den meisten anderen Notebooks ganz rechts außen zu finden ist. Dieser ist auf zwei Tasten beschränkt und man muss sich damit erst einmal vertraut machen.
Außerdem hat man völlig vergessen die Pipe zu beschriften! Das | Zeichen findet sich immernoch auf der < > Taste - man muss es nur wissen ;)
Trotzdem lässt es sich erstaunlich gut auf der Tastatur tippen. Ich kann zwar nicht behaupten, ich wäre dem 10-Finger System mächtig, jedoch kann ich blind in normaler Geschwindigkeit Texte schreiben ohne mir die Finger zu brechen. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Amilo, dessen Tasten teilweise nochmals kleiner gewesen wären.
Das Touchpad sieht edel aus - zwar gibt es kein Scrollrad mehr, jedoch habe ich auch schon auf dem X10 oft genug nur mit dem Touchpad gescrollt.
Die Status LEDs sind alle vorne angebracht und sind so auch bei geschlossenem Display zu sehen. Auch die Audioanschlüsse sind jetzt vorne statt wie früher an der Seite.
Eine Neuerung zum X10 - der Kartenleser spricht endlich mehr als nur Memory Stick und funktioniert als SD Card-Reader nun auch unter Linux!
Eine weitere Neuerung ist die Displayverriegelung - die gibt es nämlich nicht mehr. Das Display klappt mit einem spürbaren Widerstand an das Gehäuse und hält dort sicher und stabil ohne Riegel. Hier muss sich zeigen wie langlebig diese Lösung ist. Ich hoffe einfach mal, dass es lange ist, denn nach 4 Jahren sind die Scharniere meines X10s schon spürbar ausgeleiert und das Display ist so deutlich instabiler geworden - Alterserscheinungen ;)
Tja, was soll man sagen... ein neues Notebook bedeutet - zumindest zur Zeit - fast immer auch ein SuperGlare, MegaBright, Giga-spiegelendes Display mit dem man immer weiß, wenn jemand hinter einem steht...
So hat auch das Q35 ein solches Display bei dem man in der Fabrik das Anrauhen vergessen hat. Auf der Konsole mit schwarzem Hintergrund fällt das schon ganz schön auf - hellere Hintergründe sind dagegen kein Problem. Ich habe hier zwei Möglichkeiten: Mich daran zu gewöhnen oder mich nach Folien umzusehen.
Wie schon vom X10 bekannt, gibt es auch beim Q35 einen großen Akku, der nach hinten hinaus etwa einen Zentimeter absteht - dafür gibt es eine 4800mAh Stromversorgung, die bei dem gemäßigten Hunger des Notebooks in der Tat eine ganze Weile kabelloser Arbeit verspricht. Ich kenne den großen Akku vom X10 (da waren es noch 4400mAh) und bin mit der Laufzeit sehr zufrieden gewesen.
Leider leider ist Samsung schon seit langer Zeit von der Politik abgekommen zwei Akkus beizulegen. Schade. Aber immerhin ist der große dabei und nicht der kleine ;)
Das Q35 bleibt erstaunlich kühl. Ich kompiliere gerade mein Gentoo, was wie immer einige Stunden in Anspruch nimmt - die maximale Temperatur beider Kerne, die ich bisher gemessen habe liegt bei 65 Grad (das X10 wurde auch bis zu 69 Grad warm) und trotzdem ist sowohl die Ober- als auch die Unterseite nur handwarm. Die komplette Hitze wird zur Seite herausgepustet. Ab 50 Grad dreht der Lüfter, bleibt aber angenehm leise. Lauter wird es erst ab 60 Grad, kann aber mit einem Tastendruck sofort wieder runtergedreht werden.
Der Brenner schreibt DVD DoubleLayers - nicht, dass ich vorhätte diese Funktion zu nutzen ;) Irgendwie bin ich immernoch bei CD-Rs wenn ich denn mal was brennen will.
Ich verstehe es nicht warum immernoch alle Notebookhersteller - bis auf Apple - Laufwerke mit Schublade verbauen. Ein Notebook schreit doch gerade zu nach einem Slot-In Laufwerk...
Zubehör? Naja, gut - kein Zubehör... neben dem Notebook lag der Akku und das Netzteil bei. Ich habe bisher kein Handbuch gefunden! Irgendwelche Quick-Guides und Recovery Manuals für dieses seltsame Multimedia Windows, das man per Knopfdruck starten kann ohne das komplette Win hochzufahren (und das keine 3 Minuten bei mir überlebt hat), aber ein Handbuch scheint es nicht zu geben, auch nicht auf CD. Da musste wohl gespart werden?
Das Netzteil ist kleiner als das meines X10s, dafür ist es nicht mehr so schön, wie das alte. Statt einer, muss ich da nun zwei Kabel wickeln, da war das alte praktischer.
Und zum Schluss noch ein kleiner Vergleich zwischen dem Q35 und dem X10.
Ein abschließendes Fazit ergibt sich wie immer erst nach einiger Zeit der alltäglichen Nutzung, aber bisher gefällt mir das kleine Ding :)
Vielleicht muss man sich aufgrund der Größe mit einigen Einschränkungen zufrieden geben, trotzdem ist das Q35 eine voll ausgestattete und performante Maschine - um einiges schneller als der Pentium M.
Mein Gentoo ist inzwischen fertig ;)
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